Stylegent

Phyllis Lamont wusste nicht, was ein Bordsteinfahrer war, bis aus ihrem Gebrauchtwagenkauf ein Albtraum von 41.000 US-Dollar wurde. Ihre Horrorgeschichte zeigt, wie anfällig Verbraucher für zwielichtige Charaktere sein können, die ihren Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Autos verdienen, während sie sich als Privatverkäufer ausgeben. Lamonts Geschichte begann im Oktober 1998, als die Immobilienmaklerin und Mutter von vier Kindern in Mississauga, Ontario, 1996 einen Ford Explorer im Wert von 22.500 USD von einer 66-jährigen Großmutter aus der Gegend von Toronto kaufte. Der Deal wurde von dem Sohn der Frau arrangiert, der Lamont ein UVIP, ein Informationspaket für Gebrauchtfahrzeuge, eine Reihe von von der Regierung ausgestellten Dokumenten, die Käufer schützen sollen, indem sie die Besitzverhältnisse eines Fahrzeugs nachverfolgen und überprüfen, ob es frei von Pfandrechten ist. Aber das Dokument war völlig falsch. Das Fahrzeug wurde auch mit einem vom Mechaniker ausgestellten Sicherheitsnormen-Zertifikat verkauft.

Neun Tage später wurde Lamonts Leben auf den Kopf gestellt, als die Polizei ihren Explorer im Rahmen einer Diebstahluntersuchung beschlagnahmte. Dann wurde ihr mitgeteilt, dass es sich bei ihrem Fahrzeug tatsächlich um einen gestohlenen Explorer aus dem Jahr 1998 mit einer „Doppel-VIN“ handele, einer geklonten Fahrzeugidentifikationsnummer, die mit einer vorhandenen Explorer aus dem Jahr 1996 übereinstimmte. Obwohl die geklonte Nummer das Fahrzeug auf dem Papier als legitim erscheinen ließ, deckte die Polizei die Wahrheit auf.

Eine sorgfältige Überprüfung des Explorers ergab, dass die ursprüngliche VIN (die eindeutige Seriennummer des Fahrzeugs, die auf dem Armaturenbrett, an den Türen, im Motorraum und auch an unbekannten Stellen im Fahrzeug sichtbar ist) entfernt wurde seine Identität durch eine andere Fahrgestellnummer maskiert. Der Mann, mit dem Lamont zu tun hatte, wurde später des Besitzes eines gestohlenen Fahrzeugs beschuldigt und mit dem Verkauf von drei anderen gestohlenen Fahrzeugen in Verbindung gebracht.


Unterdessen erhielt Lamont 22.500 US-Dollar für ein Fahrzeug, das sie nicht besaß. Obwohl sie den Explorer versichert hatte, wurde ihr Versicherungsanspruch abgelehnt, da sie keinen wahren Titel für das Fahrzeug hatte. Die Polizei teilte ihr mit, dass sie, selbst wenn der Dieb verurteilt würde, möglicherweise kein Geld zurückbekomme und ein zivilrechtliches Vorgehen erwägen sollte. Seit dem vergangenen Januar hatte sie bereits mehr als 19.000 US-Dollar an Rechtskosten ausgegeben, ohne einen Cent zurückzugewinnen, und war nun gezwungen, ihr Haus zu verkaufen.

Lamonts Tortur ist kein Einzelfall. In den Jahren 1997 und 1998 identifizierte die Polizei von Toronto 1.100 ähnlich umnummerierte Fahrzeuge. Wie die Experten für Autodiebstahl seit langem wissen, können Schlupflöcher in einigen Registrierungssystemen der Provinz die Öffentlichkeit - und sogar die Autohändler - zu einer leichten Beute für erfahrene Betrüger machen.

"Es ist ein gewaltiges Problem", bemerkt Ken Haywood, ein pensionierter Autohändler aus Edmonton, der sich für strengere Zulassungsbestimmungen stark gemacht hat, nachdem sein Händler unabsichtlich Dutzende gestohlener Fahrzeuge gekauft hat. Haywood wünscht sich eine kanadaweite Datenbank mit der Geburts- und Sterbehistorie aller Fahrzeuge in Kanada, die den Verbrauchern zur Verfügung gestellt wird.



Das Traumfahrzeug von Phyllis Lamont wurde zu einem Albtraum von 41.000 US-Dollar.

Da die Registrierungsdatensätze der Provinzen nicht verknüpft sind, können Gauner ein gestohlenes Fahrzeug oftmals waschen oder ein Wrack wiederaufbauen, indem sie es einfach in einer anderen Provinz registrieren. Beispielsweise sind die Versicherer von Quebec seit Jahren gesetzlich verpflichtet, gestohlene oder abgeschriebene Fahrzeuge unverzüglich zu melden. Solche Regeln haben dazu beigetragen, einen Lieblingstrick von Bordsteinen auszumerzen, nämlich das Waschen gestohlener Fahrzeuge mit Hilfe von VINs aus Wracks. Da die Meldung von Unfallfahrzeugen und gestohlenen Fahrzeugen in Ontario jedoch nicht vorgeschrieben ist, ist sie zu einer Mülldeponie für Fahrzeuge geworden, die in Quebec auf der roten Flagge stehen würden.

Verbraucher können einige Schritte unternehmen, um das Risiko zu verringern, von einem glatten Bordsteinkanter gestochen zu werden. Die wichtigste Vorsichtsmaßnahme ist, dass jedes Gebrauchtfahrzeug von einem qualifizierten Mechaniker inspiziert wird, der feststellen kann, ob die Fahrgestellnummer gewechselt wurde, ob das Fahrzeug einen schweren Unfall hatte und ob der Kilometerzähler zurückgerollt wurde. Verbraucher sollten auch versuchen, so viele Vorbesitzer wie möglich zu finden und zu kontaktieren.

Lamont bleibt nun jedoch beim Kauf bei den Händlern. "Ich vertraute dem System", sagt sie. "Ich habe nie bemerkt, dass so etwas weitergeht."

Maryanna Lewyckyj ist Verbraucheranwältin für die Toronto Sun. Sie führt Autopflegeseminare für Frauen über ihre Firma Autophobics Anonymous durch.

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